The perks of being a wallflower

Junkfaktor: ★★★★★

The Perks of Being a Wallflower (2012) on IMDb

Diese Woche hat es das Cineplex mal wieder geschafft mich auf dem falschem Fuss zu erwischen. Mit dem Film “The perks of being a wallflower” oder auch Vielleicht lieber morgen landet es nach “Ziemlich beste Freunde” m.M.n. die beste Sneak des Jahres 2012.

Charlie ist ein jugendlicher mit einer bewegen Vergangenheit. Einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte er in Krankenhäusern und psychologischer Behandlung. Der Grund hierfür bleibt dem Zuschauer zum Beginn des Films noch verborgen. Ähnlich geht es auch Charlie welcher vergangene Ereignisse nur in kurzen Rückblenden durchlebt. Nach längerer Behandlung beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt auf der High School. Als Außenseiter ist sein vorrangiges Ziel die Zeit an der gehassten Schule schnellstmöglich hinter sich zu bringen. In der Theorie gelingt dies mit einem gesundem Freundeskreis besser als alleine. Um Freunde zu finden integriert sich Charlie immer mehr in das soziale Leben an der High School. Nach kurzer Zeit lernt er das Geschwisterpaar Sam und  Patrick kennen. Die drei freunden sich an und Charlie bekommt Zugang zu einer ganz neuen Welt voller Partys, Musik und Drogen. Seine Flashbacks werden auf Grund der Ablenkung im neuen Freundeskreis unterdrückt und das Leben macht zum ersten Mal Spaß. Alles entwickelt sich großartig, bis zu einem gewissem Punkt in welchem die Flashbacks zurückkehren. Schnell wird klar das Charlies verstorbene Tante Helen Teil eines traumatischen Erlebnisses seien muss. Der Zuschauer begibt sich mit Charlie auf eine spannende Reise durch die Jugend in den 80´er Jahren und die Psyche eines heranwachsenden Teenagers.

Die Besetzung des Films sucht in ihrer Authentizität ihresgleichen. Es scheint als wäre für jede Rolle minimalistisch genau der perfekt Schauspieler gesucht wurden. Den Anfang macht Logan Lerman als Charlie. Dem Jungschauspieler welcher schon in hochkarätigen Produktionen neben Russel Crowe, Gerard Butler und Mel Gibson vor der Kamera stand verkörpert den psychisch angeschlagenen Charlie perfekt. Die Rolle des Außenseiters scheint ihm auf den Leib geschnitten und es macht Spaß seine Entwicklung zu beobachten. Charlies Eltern werden mit Film- und Serienschwergewichten Kate Walsh (“Greys Anatomy“) und Dylan McDermott (“American Horror Story“) besetzt. Besonders Dylan McDermott ist hier die ideale Besetzung und sorgt für mehrere grandiose Momente im Verlauf des Films. An Charlies Seite finden sich in der Rolle von Sam Emma Watson und als Patrick Ezra Miller. Emma Watson ist in meinen Augen die einzige “Harry Potter” Darstellerin welche ihr Zauberer Image durch eine Typveränderung komplett ablegen konnte. In der Rolle der Sam verkörpert sie die jugendliche Rebellin welche ebenfalls ein paar Leichen aus ihrer Vergangenheit im Keller hat. Natürlich ist sie ein ausschlaggebender Faktor welcher Sams Veränderung ins Rollen bringt. Ezra Miller könnte hierzulande Fans von “Californication” bekannt vorkommen. Als zweite Komponente ist er Teil des Veränderungsprozesses welchen Charlie durchläuft und liefert ganz nebenbei die ein oder andere  prekäre Situation. Abschließend sei noch Melanie Lynskey als Tante Helen erwähnt. Als Rose in “Two and a Half Men” erlangte sie auch in Deutschland ansehen und schafft es auch hier eine Rolle mit ihrer eigenen Art Leben einzuhauchen. Um das ganze ein wenig abzukürzen sei darauf hingewiesen das auch die Nebenrollen sehr durchdacht besetzt sind. Der Cast ist somit mehr als Rund und sicherlich ausschlaggebend für die Harmonie des Films.

Für “Vielleicht lieber morgen” möchte ich an dieser Stelle eine klare Empfehlung aussprechen und sogar soweit gehen ihn als “The Breakfast Club” des 21. Jahrhunderts zu bezeichnen. Der zeitliche Rahmen der beiden Filme ist zwar ähnlich gewählt, trotzdem sind die Storys grundverschieden. Der Zuschauer wird dazu angeregt eigene Theorien zu entwickeln und fühlt sich in die Handlung integriert. Vielen Erklärungsversuchen später bzgl. Charlies Trauma wurde so mancher vom Ausgang der Story überrascht. Regisseur und Writer Stephen Chbosky gelingt es auf wunderbare Weise ein Geschichte zu erzählen wie man sie in heutigen Filmen nur selten findet! Eine Entwicklung hin zu ähnlichen Produktionen aus Hollywood wäre wünschenswert.

About mindMASTER

28 jähriger Ex-Student und Sneaker aus Paderborn, Filmfanatiker mit knapp 500 DVDs und Blurays. Knapp 4 Jahren Sneakerfahrung im Cineplex Paderborn sprechen für sich. Aktuell regelmäßiger Gast in den Einbecker Kinosälen. Neben mehrstündigen Filmabenden von "Police Academy" und "Herr der Ringe" wird auch vor 8 stündigen Oscar-Nächten nicht zurückgeschreckt.