The Avengers

Junkfaktor: ★★★★★ +2

Dies wird vermutlich mein längster Blog Eintrag aller Zeiten. Am 19.04.2012 hatten wir dank dem großartigem Cineplex Paderborn als eines von vier Kinos in Deutschland die Chance die The Avengers Europa Premiere live aus London zu sehen (OV, 3D, eine Woche vor Release :D). Dieser seit knapp 3 Jahren erwartete Film von Joss Whedon sollte am Ende des Abends alle Erwartungen bei weitem übertroffen haben. Aber davon später mehr. Da mittlerweile Teile der Welt in den Genuss des Films kommen ist es auch erlaubt erste Berichte zu verfassen. Die U.S.A. muss sich noch ein wenig bis zum offiziellem Kinostart gedulden.

Story:

Aufbauend auf “Iron Man”, “Iron Man 2″, “Thor” und “Captain Amerika” bildet “The Avengers” den momentanen Abschluss des großen Marvel Franchises. Begonnen hatte alles schon viel eher mit den ersten “Hulk” Filmen und vermutlich wird es mit Filmen zu “Black Widow”, “Hawkeye” und einem weiterem Avengers Film weitergehen. Entscheidend ist, dass aus allen Filmen Elemente in diesem Werk zusammenfließen. Es ist somit entscheidend die anderen Filme zum Verständnis der Story gesehen zu haben (sehr geil!). Gerade “Thor” spielt als Film eine entscheidende Rolle und ist absolute Pflichtprogramm. Die Avengers haben sich nach ihren Einzelfilmen unter der Organisation S.H.I.E.L.D. zusammen geschlossen. Diese Organisation wird geleitet von Agent Nick Fury und ist eine weltumfassende Sicherheitsorganisation. Trotzdem agieren die einzelnen Helden alleine und werden nur in extremen Fällen zusammen geschlossen. Durch ein in der “Captain Amerika”-Storyline gefundenes Artefakt kommt es zu Verstrickungen mit der “Thor”-Storyline welche dann letztendlich auch die anderen Superhelden mit ins Boot holt. Gerade die “Iron Man”-Storyline spielt hier eine große Rolle da die Stark Corporation einen Großteil des Equipments von S.H.I.E.L.D. entwickelt hat. Durch das besagte Artefakt welches zur Gewinnung von sauberer Energie eingesetzt werden soll gelangen Kräfte auf die Erde welche von einzelnen S.H.I.E.L.D. Mitgliedern nicht mehr kontrollierbar sind. Es gilt daher das Team der Avengers zu vereinen. Neben Iron Man, Thor, Captain Amerika und dem Hulk gesellen sich auch die eher weniger bekannten Charaktere Black Widow und Hawkeye zur Truppe. Gemeinsam gilt es den Feind, welcher aus einer fernen Galaxie die Eroberung der Erde anstrebt, zu besiegen. Eine entscheidende Rolle bei der Invasion spielt Thors Adoptivbruder Loki, welcher schon im “Thor” Film Odins Macht an sich reißen wollte.

Charaktere (-SPOILER- es empfiehlt sich die Filme gesehen zu haben):

Iron Man: ist der wahrscheinlich bekannteste Held des Marvel Universums, welcher sich im Moment auf dem Weg zum dritten Film befindet. Verkörpert wird er wie immer grandios von Robert Downey Jr.. Iron Man welcher im wahren Leben Tony Stark ist führt einen Multimilliarden-Dollar-Konzern. Mit Hilfe seines Kampfanzugs flog er sich schnell in die Herzen der Fans. Durch seine außerordentliche Begabung im Bereich der Ingenieurskunst kümmert er sich sowohl um sein eigenes Equipment als auch um die Ausstattung von S.H.I.E.L.D..

Thor: der Sohn des Odin kam durch einen Zwist mit seinem Vater auf die Erde. Hier konnte er mit Mühe und Not den ersten Angriff seines Adoptivbruders Loki auf seine neue Heimatwelt abwenden. Am Anschluss beschließt er fortan auf der Erde zu leben und eine Beziehung mit der von Natalie Portman gespielten Jane Foster einzugehen. Gespielt wird der charismatische Gott wie im Original von Chris Hemsworth welcher in seinem Franchise schon ersten Kontakt mit Hawkeye hatte.

Captain Amerika: kämpfte in seinem Film gegen die Machenschaften der Nazis (Hydra). Am Ende wird der durch einen tragischen Unfall aus dem Jahre 1940 in das 21. Jahrhundert “gefroren”. In der Rolle des amerikanischen Supersoldaten prügelt sich Chris Evans mit Schild und lustiger Verkleidung durch die Gegend. Sein Beitrag zu The Avengers ist ein gefährliches Artefakt aus germanischen Zeiten welches eine entscheidende Rolle spielt.

Black Widow: hat ihren ersten Auftritt noch vor ihrem eigenen Film. Gespielt wird die charismatische Russin von Scarlett Johansson (Lost in Translation!!!). Black Widow ist in Wirklichkeit Natasha Romanoff welche im Marvel Universum Kontakt zu diversen Charakteren hat. Im Film liegt das Hauptaugenmerk auf der Beziehung zu Hawkeye welcher für ihre Integration in S.H.I.E.L.D. verantwortlich war. Die spektakulärsten Marshal Arts Szenen gehen ebenfalls klar auf ihr Konto.

Hawkeye: erlebt ebenfalls vor seiner single Einführung sein Kino-Debüt. Der in Europa eher unbekannte Kämpfer ist ein Meisterschütze mit Pfeil und Bogen. Er besitzt keine wirklichen Superkräfte, verfügt aber über hervorragende Fähigkeiten in der Kunst des Bogenschießens. Unterstützt wird er hierbei natürlich von einer hochtechnisierten Ausrüstung auf welche der Film ebenfalls kleine Blicke wirft. Hinter dem Bogen finden wir Shooting Star Jeremy Renner welcher vor allem durch seine Rolle in “The Hurt Locker” zu Ruhm kam. Aber auch an der Seite von Ben Affleck in “The Town” war Renner mit einer sehr guten Performance zu sehen.

Hulk: hatte schon in diversen Filmen Auftritte. Trotzdem schafft es erst Mark Ruffalo dem zwiegespaltenen Bruce Banner ein perfektes Gesicht zu geben. Die Umsetzung der zwei Persönlichkeit ist perfekt gelungen und auch die Darstellung mit Hilfe von Motion Capture ist grandios. Alle Bedenken gegen einen weiteren Hulk in einem Film wurden durch Ausnahmeschauspieler Ruffalo direkt weggeblasen (Genial!). Im Original verkörpert Alt-Hulk Lou Ferrigno einen Teil der Synchronisation des grünen Monsters.

Fury: wird wie bereits in “Captain Amerika” durch Samuel L. Jackson zum Leben erweckt. Der mysteriöse Anführer von S.H.I.E.L.D. gerät aber vor lauter Superhelden vollkommen in den Hintergrund. Allerdings wurde durch seine Rekrutierung das Projekt Avengers erst möglich. Trotzdem ist nicht ganz klar was die wirklichen Bestrebungen von Fury und S.H.I.E.L.D. sind.

Maria Hill: soll eigentlich nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Die junge Assistentin von Fury ist allerdings in soweit interessant als das sie von der grandiosen Cobie Smulders gespielt wird. Dem deutschen Publikum aus “How I met your Mother” bekannt erhält die junge Kanadierin (tatsächlich!) ihre erste große Kinorolle. Wie in der Serie agiert sie auch auf der großen Leinwand souverän und weiß durch Körpereinsatz zu überzeugen.

(-SPOILER- Ende)

Umsetzung:

Zu beginn der Übertragung sagte Joss Whedon in einem Interview das trotz großer Spezialeffekte die Story und die Charaktere des Films klar im Vordergrund stehen sollten. Wenn man den Trailer zu Avengers gesehen hat scheint dies nur schwer vorstellbar. Ein Spezialeffekt jagt hier den nächsten. Unglaublich ist es allerdings wie es Whedon schafft die Story und die Charaktere trotzdem auf eine höhere Stufe zu stellen. Die Entwicklung der Charaktere steht klar im Fokus des Geschehens und die Spezialeffekte sind nur ein Mittel zur Erzählung der Geschichte. Zusätzlich gelingt es über 142 Minuten (!!!) keine Langeweile aufkommen zu lassen und einen klaren Spannungsbogen auf zu bauen. Bereits nach 20 Minuten denkt man “verdammt wie fett ist das jetzt?” und hier hat der Film noch nicht mal richtig angefangen. Nach 50 Minuten krallt man sich an seinen Sitz weil man es nicht fassen kann und nach 100 Minuten denkt man sich “wie soll der Endkampf dieses Spektakel noch toppen?”. Das Finale welches sich über gefühlte 50 Minuten streckt schafft es den Film zu einem grandiosem Ende zu führen. The Avengers schafft es somit in die großen Fußstapfen seiner Vorgänger zu treten und noch ein wenig tiefer ein zu sinken. Ganz nebenbei handelt es sich meiner Meinung nach um den ersten Film seit “Avatar” für welchen sich ein 3D Zuschlag ernsthaft lohnt. Die Umsetzung der dritten Dimension hat ein weiteres Mal einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Fazit:

Mit The Avengers bekommt das Marvel Universum endlich den Meilenstein den es seit Jahren verdient hat. Das Drehbuch von Joss Whedon sowie seine Regiearbeit ist vermutlich das beste was den Marvel-Movies jemals passiert ist. Die Handlungsstränge aus den anderen Filmen werden zusammengeführt und haben tatsächlich einen Einfluss auf die Handlung des “Hauptfilms”. Für Fans der Marvel Comics und Filme ist dieses Meisterwerk ein klares must see. Das Wissen aus den Vorfilmen ist sicherlich eine Bereicherung des Films, allerdings werden auch kurzentschlossene voll auf ihre Kosten kommen. Vermutlich handelt es sich hierbei neben X-Men First Class um eine der besten Marvel-Comic Verfilmungen aller Zeiten. Nicht ohne Grund liegt The Avengers am 19.04.2012 in der IMDB mit 9,2 Punkten unter den Top 3 der besten Filme aller Zeiten. Vermutlich wird es somit locker für einen Platz unter den Top 100 reichen. Schon jetzt ist klar das es die anderen Blockbuster des Jahres wie “The Dark Knight Rises” oder das Reboot von “Spiderman” extrem schwer haben werden. Ein Film der Spaß und süchtig macht!

About mindMASTER

28 jähriger Ex-Student und Sneaker aus Paderborn, Filmfanatiker mit knapp 500 DVDs und Blurays. Knapp 4 Jahren Sneakerfahrung im Cineplex Paderborn sprechen für sich. Aktuell regelmäßiger Gast in den Einbecker Kinosälen. Neben mehrstündigen Filmabenden von "Police Academy" und "Herr der Ringe" wird auch vor 8 stündigen Oscar-Nächten nicht zurückgeschreckt.