Mossad Intrigen bis zum umfallen

Junkfaktor: ★★★★½

Die Pader-Sneaker waren natürlich auch diese Woche im Cineplex unterwegs. Man hofft darauf, das jetzt wo die Ferien vorbei sind, es nächste Woche endlich mal wieder ein bisschen entspannter wird. Man sehnt sich zurück in die Zeiten wo die Sneak noch FSK 18 war und alle kleinen Mädchen und Jungs zu Hause bleiben mussten.

Diese Wochen wurden wir mit dem weniger bekannten Film The Debt überrascht. Die Geschichte über Intrigen und fiktive Mossad Einsätze in der ehemaligen DDR wusste aber nicht nur mich zu überzeugen. Die junge Rachel kommt Mitte der 60er Jahre im Auftrag des israelischen Geheimdienstes nach Ost Berlin. Dort angekommen trifft sie sich mit ihren beiden Teampartnern Stephan und David. Gemeinsam ist es ihre Aufgabe den früheren SS Offizier Vogel, den Schlechter von Birkenau zu entführen und nach Israel zu bringen. Rachels soll den nun als Frauenarzt praktizierenden Mann aufspüren und überführen. Im Anschluss ist die Entführung und die anschließende Flucht aus der DDR geplant. Es wird ein Plan geschmiedet und die Flucht bis ins kleinste Detail geplant. Die Entführung gelingt doch die Flucht gestaltet sich schwieriger als geplant. Für den Zuschauer wird die Geschichte durch lange Rückblenden aus Erzählungen und Erinnerungen der Charaktere aus den 90ern erzählt. Die mittlerweile gealterten Agenten leben ein ruhiges Leben mit Familien, doch ein dunkles Geheimnis verbindet sie. Dieses Geheimnis droht nun an die Oberfläche zu kommen.

Regisseur John Madden liefert mit The Debt eine Mischung aus Thriller und Drama ab welche mehr als gelungen ist. Die Besetzung des Films ist grandios gewählt, neben Oscar Preisträgerin Helen Mirren finden sich auch Namen wie Tom Wilkinson, Sam Worthington und Jessica Chastain auf der Besetzungsliste. Sowohl die Charaktere der 90er, als auch die der 60er Jahre sind perfekt besetzt und überzeugen durch eine brillante Spielweise. Jesper Christensen mimt einen ehemaligen SS Offizier welcher vom Charakter ähnlich beeindruckend ist wie Christoph Waltz in “Inglourious Bastards”. Die Settings im sowjetischen Teil Berlins wirken authentisch und überzeugen durch schöne historische Details. Der Inhalt der Story ist seit langem der hochwertigste in einem Film und fordert den Zuschauer zum mitdenken und hinterfragen auf. Das Publikum verbindet die filmische Handlung mit den jüngsten Intrigen des israelischen Geheimdienstes was dem Film einen hohen Wiedererkennungswert verleiht.

Mit The Dept kommt ein Film in die Kinos, welcher schon vor einem Jahr das Licht der Leinwand hätte erblicken sollen. Für Fans von hochwertigen Inhalten und gut erzählten Agentenstories ein klares muss, aber auch alle anderen können ohne Probleme zuschlagen. Einzig und alleine das Ende mag nicht zu 100% zu überzeugen, daher 0,5 Punkte Abzug in der Endwertung. Trotzdem auf meiner Liste unter den Top10 des Jahres 2011.

About mindMASTER

28 jähriger Ex-Student und Sneaker aus Paderborn, Filmfanatiker mit knapp 500 DVDs und Blurays. Knapp 4 Jahren Sneakerfahrung im Cineplex Paderborn sprechen für sich. Aktuell regelmäßiger Gast in den Einbecker Kinosälen. Neben mehrstündigen Filmabenden von "Police Academy" und "Herr der Ringe" wird auch vor 8 stündigen Oscar-Nächten nicht zurückgeschreckt.